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Palmgreen, Karl Fregattenkapitän z. V.* 02.09.1891 Voigdehagen/Stralsund + 16.09.1970 GöttingenKarl Palmgreen, ein in den deutschen Marinen später sehr bekannter Seeoffizier, wurde am 2. September 1891 in Voigdehagen nahe Stralsund geboren. Seine Laufbahn verlief recht ungewöhnlich. Nach seiner Ausbildung an Land und an Bord (Crew 09; am 12. April 1910 Fähnrich zu See und am 19. September 1912 Leutnant zur See) wechselte er vom Wachoffizier auf dem Großen Kreuzer VICTORIA LUISE zum Marinekorps nach Flandern und blieb dort bis Mai 1915 Bataillonsadjutant im 5. Matrosen-Regiment. Dann als Kompaniechef eingesetzt, wurde Karl Palmgreen dort verwundet und nach seiner Genesung bis Mai 1916 bei der 2. Marinedivision wieder als Adjutant verwendet. Am 2. Mai 1915 war er zum Oberleutnant zur See befördert worden. Diesem langen Landeinsatz im Ersten Weltkrieg folgte die Seefahrenszeit auf Torpedobooten: als Wachoffizier auf G-9 und als Kommandant auf G-10, sowie nochmals als Wachoffizier auf dem Linienschiff WUERTEMBERG. Im Juli 1918 wurde Karl Palmgreen Kommandant auf U-1, dem ältesten U-Boot der Kaiserlich Deutschen Marine. Jedoch noch im Oktober des letzten Kriegsjahres erhielt er das U-Boot UC-76 als Kommandant. Den Ersten Weltkrieg beendete er am 27. Dezember 1918 mit dem Charakter als Kapitänleutnant, ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz beider Klassen 1914 und Juni 1915. Nach dem Kriege studierte Karl Palmgreen (wohl Volkswirtschaft) und wurde dann kaufmännisch tätig. Im Jahre 1928 gründete er in Bremen eine eigene Weberei, die im Zweiten Weltkrieg 1942 ausgebombt wurde. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 wurde Karl Palmgreen als Korvettenkapitän z.V. (zur Verwendung) reaktiviert und zunächst Kommandant der Sperrbrecher IX bzw. I bis Oktober 1941 und dann Chef der 4. Sperrbrecher-Flottille bis zum März 1943. Nach dem Verlust nahezu seiner gesamten Flottille bis auf drei Fahrzeuge im April 1943 folgte seine Verwendung als Stabschef beim italienischen Marinekommando in Neapel. Vom Winter 1943 bis zum April 1944 schlossen sich einige besondere Aufgaben an. So wurde Karl Palmgreen ab April 1944 als 1. Admiralstabsoffizier im Stab der 2. Sicherungs-Division in Boulogne und ab Juni des Jahres als Chef der 38. Minensuchflottille in Le Havre eingesetzt. Nach der Räumung der Kanalküste verlegte er mit dieser Flottille nach Dänemark. Bereits am 3. August 1941 hatte er das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes erhalten; das Eichenlaub kam am 11. Juli 1944 hinzu. Am 1. August 1944 wurde Karl Palmgreen zum Fregattenkapitän z.V. befördert. Die letzten Kriegswochen sehen den hochdekorierten Offizier ab 1. Januar 1945 als Geleitchef in Gotenhafen und ab März als stellvertretenden Chef der 9. Sicherungs-Division in Libau. Im August 1945 entlassen, baute Karl Palmgreen bereits im September seine Weberei wieder auf. Karl Palmgreen hatte am 12. September 1918 Hilde Grapow geheiratet und mit ihr einen Sohn und zwei Töchter. Ihr am 11. November 1919 geborener Sohn Gerhard fiel am 15. August 1944 als Oberleutnant zur See d.R. und Kommandant von U-741 im Ärmelkanal durch Wasserbomben der britischen Korvette ORCHIS, nachdem er zuvor das 246-Tonnen-Infanterielandungsboot LCI 99 mit Torpedos vernichtet hatte. Nur ein Besatzungsmitglied konnte sich retten; 48 Mann kamen um. Karl Palmgreen selbst starb am 16. September 1970 in Göttingen. Quelle: "Marineoffiziere aus Mecklenburg-Vorpommern 1849-1990" von Beckmann, Keubke & Mumm www.aph-schwerin.de
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