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Neitzel, Karl Kapitän zur See* 30.01.1901 Kolberg/Pommern + 13.11.1966 KielKarl Neitzel trat 1917 während des I. Weltkrieges in die kaiserliche Marine ein und diente bis Kriegsende auf einem Torpedoboot. Nach einigen Jahren im Zivilleben trat er am 01.04.1923 als Seeoffiziersanwärter in die Reichsmarine ein. Nach seiner Ernennung zum Seekadetten folgte Neitzel einer Offizierslaufbahn und diente u.a. auf dem Kreuzer “Berlin“ und dem Linienschiff “Elsass“, bevor er im September 1931, als Oberleutnant zur See, I.W.O. auf dem Minensuchboot M-126 wurde. Im Oktober 1935, mittlerweile Kapitänleutnant, übernahm Neitzel das Kommando über das Minensuchboot M-75. Nach seiner Beförderung zum Korvettenkapitän (April 1939), übernahm er die Führung der 1. Minensuchflottille. Im Februar 1941 wechselte Neitzel zur U-Bootwaffe und stellte, nach einem U-Lehrgang, das neue Boot U-510 (Typ IXC) in Dienst. Bei seiner ersten Feindfahrt operierte Neitzel mit U-510 in der karibischen See, nachdem er bei U-463 (Typ XIV) nachgetankt hatte. Nach dem Durchfahren der Windward – Passage torpedierte er das neutrale Schiff “Maldonaldo“ welches unter der Flagge Uruguays lief. Nach Ausfall des Gruppenhorchgerätes musste sich Neitzel mit U-510 in den Westatlantik zurückziehen. Hier beschädigte das Boot einen Tanker mit 8.000 BRT und versenkte einen Frachter mit 5.000 BRT. U-510 wurde unmittelbar nach dieser Versenkung von alliierten Flugzeugen angegriffen und so stark beschädigt, dass Neitzel die Fahrt abbrechen und in den Stützpunkt zurückkehren musste. Nach Reparatur und Neuausrüstung des Bootes unternahm Neitzel eine erneute Feindfahrt. In Einbindung in die U-Bootgruppe “Streitaxt“ operierte U-510 gegen den Geleitzug SL 125 (Sierra Leone) und konnte bei seinen Angriffen den Frachter “Alaska“ mit 5.681 BRT versenken. Auf einer weiteren Feindfahrt fuhr Neitzel mehrere Angriffe gegen den vor Bahia laufenden Geleitzug BT 6 und torpedierte 8 Schiffe mit 54.130 BRT, von denen 3 mit zusammen 18.240 BRT sanken. Für diese Angriffe erhielt Karl Neizel am 27.03.1943 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Im Mai 1943 folgte für Karl Neitzel eine Versetzung nach Danzig als stellvertretender Kommandeur der 25. U-Flottille, in welcher neu in Dienst gestellte U-Boote ihre Schießausbildung absolvierten. Im Januar 1944 erhielt er das Kommando über die 2. U.L.D. (U-Bootslehrdivision) in Gotenhafen. Als sich im März 1945 die alliierten Truppen näherten führte Neitzel, als Kapitän zur See, bereits das Marine-Grenadier-Regiment 7 als kommandierender Offizier in den Kampf. Bei Kriegsende geriet er in britische Gefangenschaft, in der er mehr als sieben Monate verbrachte. Karl Neitzel gehörte zu den wenigen älteren Kapitänen die je ein Kampfboot führten. Er versenkte während seiner Laufbahn insgesamt 5 Schiffe mit 28.490 BRT und beschädigte weitere 7 mit 49.587 BRT.
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