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| Bezeichnung | Maschinenpistole 18 |
| Kaliber | 9 mm Parabellum (9 x 19) |
| Magazinkapazität | 32-Schuss Stangenmagazine |
| Länge | 815 mm |
| Lauflänge | 200 mm |
| Gewicht | 4,1 kg |
| V0 | 381 Meter in der Sekunde |
Als erste echte Maschinenpistole der Welt, entwickelte der deutsche Waffenkonstrukteur Louis Schmeisser im Auftrag der Firma Bergmann die MP 18. Sein Sohn, Hugo Schmeisser, welcher sich später ebenfalls ein Namen als Waffenkonstrukteur machen sollte, war auch in dem Konstruktionsteam zu finden, welches diese Waffe entwickelte. Der taktische Einsatz dieser Waffe erfolgte im Gegensatz zu den massierten Sturmangriffen während der ersten Kriegsjahre, unter Verwendung von hochspezialisierten infanteristischen Sturmtruppen.
Diese waren anders als die Masse des deutschen Heeres, außer mit der MP 18 mit Handgranaten, verkürzten Gewehren (etwa in Form des Karabiner 98a) usw. ausgerüstet. Ergänzt wurde diese Bewaffnung durch die ersten luftgekühlten leichten Maschinengewehre, sowie die C 96 Schnellfeuerpistole. Diese von der Führung angewandte Sturmtruppentaktik erzielte erstaunliche Erfolge in der Schlussphase des Krieges. Ein besonders erfolgreicher Einsatz dieser Bewaffnung bzw. Taktik erfolgte 1918 während der "Michael" Offensive an der Westfront. Auch wenn diese Maschinenpistole einen nachhaltigen Eindruck beim Gegner hinterlassen konnte, so waren die daraus resultierenden Folgen minimal. Selbst unter Einsatz dieser richtungsweisenden Technik war es dem deutschen Heer nicht mehr möglich das Kriegsblatt zu ihren Gunsten zu wenden.
Weitreichende Erkenntnis
Viele der im Einsatz gewonnenen Erkenntnisse zu dieser Waffe fanden erst sehr Spät eine weiterführende Nutzung. Dennoch hatte die Entwicklung der MP 18 nachhaltige Auswirkungen auf die Konstruktion und Entwicklung von Maschinenpistolen in aller Welt. Anfangs wurde noch für dieses Modell ein spezielles Trommelmagazin verwendet, welches ursprünglich für Pistole ARI 08 entwickelt worden war. Erst lange nach dem Krieg kamen die üblichen Stangenmagazine zum Einsatz. Die Verwendung eines Holzschaftes war bis zum Erscheinen der MP 38 ein Konstruktionsmerkmal welches immer wieder verwendet wurde. Dieses war besonders bei Maschinenpistolen aus europäischer Fertigung zu beobachten.
Realistisch zeigte sich bereits die Visierung der Waffe, die nur von 100 bis 200 Meter eingestellt werden konnte. Die Visierung der Maschinenpistole 28 dagegen konnte bis auf 1000 Meter eingestellt werden, was aber aufgrund der verwendeten Munition einer illusorischen Vorstellung entsprach damit Ziele in entsprechender Entfernung zu treffen. Hier zeigten sich bereits erste Markante Unterschiede zwischen der MP 18 als Kriegsprodukt des Ersten und den nachfolgenden Modellen des kommenden Zweiten Weltkrieges.
Diese äußerten sich z.B. in der Zweckmäßigkeit der Visiereinstellung die nur auf 200 Meter ausgelegt war, sowie dem einfachen Masseverschluss und dem schlicht gehaltenen unbehandelten Holzschaft. Maschinenpistolen aus Friedenszeiten waren dagegen hochwertige Waffen, mit entsprechend sorgfältiger Verarbeitung. Sie besaßen zudem in der Regel die Möglichkeit zur Wahl des Feuermodus. Die Umstände hatten natürlich auch eine negative Seite aufzuweisen. Dieses äußerte sich meistens durch eine Steigerung der für die Produktion anfallenden Fertigungskosten.
Polizei ja, aber für die Armee nein
Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg war es Deutschland bekanntlich untersagt automatische Waffen zu besitzen oder auch zu entwickeln. Der Reichswehr war deshalb der Besitz dieses Waffentyps verboten. Erstaunlicherweise erlaubten die Siegermächte aber der deutschen Polizei, den Einsatz von Maschinenpistolen dieses Typs. Allem Anschein nach, war man sehr an der inneren Sicherheit und Stabilität des Landes interessiert.
Somit gelangte ein festes Kontingent der noch vorhandenen Bestände der MP 18 in den Besitz der Deutschen Polizei. Die Bestände sowie deren Verwendung waren strengen Regeln unterzogen. So durften nur 1500 Schuss Munition für jede MP an Bestand gehalten werden. Davon durften wiederum nur maximal 500 Schuss für Übungszwecke verschossen werden.Man wollte so die Ansammlung von größeren Munitionsvorräten verhindern.
Die MP 18 blieb während der ganzen Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg bei der Deutschen Polizei im Einsatz.
Die verbliebenen Restbestände dieser Waffe wurden an die Siegermächte von 1918 ausgeliefert oder im Gegenzug zerstört. Um 1930 wurde an der Waffe eine Modifizierung durchgeführt um Stangenmagazine am Magazinschacht befestigen zukönnen. Mit dieser wurde das alte fehlerbehaftete Trommelmagazin gegen das einfacher zu ladende Stangenmagazin ausgetauscht.
Nach 1935 gelangten auch gewisse Mengen dieser Waffe zum Einsatz bei der Wehrmacht.
Ab 1941 erhielt die MP 18 nochmal eine nachträgliche Sicherung. Diese Exemplare verfügten nämlich über einen vergleichbaren Mangel wie die ersten Modelle der MP 38. Dieses nachträglich als Blocksicherung angebrachte Bauteil, sorgte dafür, dass bei der Stellung Verschluss vorn und eingesetztem Magazin sich die Waffe nicht bei einem harten Schlag auf den Kolben selbst spannen konnte.
Verwendung bis 1945
Unglücklicherweise blieb dieser Maschinenpistole beim Militär eine längere Rolle verwehrt. Den längsten Zeitraum ihrer Verwendung wurde die MP bei der Polizei eingesetzt. Die Wehrmacht erachtete die Waffe als nicht mehr zeitgemäß, als die Suche nach einer Maschinenpistole begann die bei den Streitkräften eingeführt werden sollte. Daher war ihr und auch ihrem Nachfolger, der MP 28 keine reguläre Verwendung bei der Wehrmacht vergönnt. So gelangte sie während des Krieges nur in erster Linie bei Polizeieinheiten im rückwärtigen Gebiet zum Einsatz.


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