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Moldenhauer, Siegfried Major* 25.07.1915 Bellin/Ostpreußen + 26.08.1998 Lübeck/Schleswig-HolsteinDer spätere Ritterkreuzträger und Major Siegfried Moldenhauer soll hier in der Kategorie der Soldaten des Heeres eingehend beschrieben werden, welche mit dem Ritterkreuz und zugleich der goldenen Nahkampfspange, der höchsten infanteristischen Auszeichnung, beliehen wurden. Speziell hervorzuheben ist hier auch die Tatsache, dass er im Heer mit 78 Nahkampftagen, die höchste Anzahl an nachweisbaren Nahkämpfen hatte und somit die für die Verleihungsbestimmungen erforderlichen 50 Nahkampftage um ein weites überschritten hatte. Der aus dem Unteroffizierstand kommende spätere Tapferkeitsoffizier wurde als Sohn eines Schlossers am 22.12.1910 in Uhingen bei Göppingen im heutigen Baden-Württemberg geboren. Nach seiner Ausbildung zum Glasschleifer trat Schorsch Wenzelburger, wie er von Freunden und Kameraden genannt wurde, 1930 als Freiwilliger in die Reichswehr ein. Anfänglich diente er im 13. (Württembergischen) Infanterie-Regiment in Ulm, das bereits im Rahmen der Bildung des 100.000 Mann-Heeres aufgestellt wurde. Nach 9 Dienstjahren im Range eines Feldwebels heiratete er 1939. Ab Mai 1940 kämpfte er als Angehöriger der 5. Infanterie-Division als Zugführer in der 12. Kompanie im Westfeldzug bei Sedan an der Marne um Paris und bei Auxerre. Hier zeichnete er sich bereits mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse aus und wurde zudem für seine Leistungen im Westfeldzug zum Oberfeldwebel befördert. Mit Beginn des Ostfeldzuges 1941 zeichnete er sich im Juni/Juli bei den Kesselschlachten bei Bialystok und der weißrussischen Hauptstadt Minsk erneut aus. Durch persönliche Tapferkeit wurde ihm im August desselben Jahres das Eiserne Kreuz I. Klasse sowie das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber verliehen. Nach der Winterschlacht 1941/42 erfolgte seine Beförderung als Tapferkeitsoffizier zum Leutnant. Als Chef der 9. (MG) Kompanie kämpfte Leutnant Wenzelburger an der Seite seiner Soldaten bei Cholm, beim Entsatz des Demjansk-Kessels sowie weiteren Einsätzen in Stellungen vor Staraja-Russa im Nordabschnitt der Ostfront. Die Vielzahl der Einsätze von Soldaten wie Schorsch Wenzelburger im Laufe des Krieges unterstrich die Notwendigkeit der Stiftung einer Auszeichnung für Infanteristen, welche die Bedingungen zur Verleihung des Infanterie-Sturmabzeichens längst erfüllt hatten. Anfang 1942 hatte der Frontoffizier neun und Ende des Jahres bereits fünfzehn belegbare Nahkampftage vorzuweisen. Auszug aus der Stiftungsverordnung zur Nahkampfspange vom 25.11.1942: Auszug aus den Verleihungsbestimmungen zur Nahkampfspange vom 03.12.1942: Dieser Reglung unterlag natürlich auch Leutnant Wenzelburger. Am 01.01.1943 erhielt er die neu gestiftete Nahkampfspange in Bronze. Noch im gleichen Monat brachte die Vernichtung einer eingeschlossenen sowjetischen Einheit bei Ssawkino den 16. belegten Nahkampftag. Im Frühjahr 1943 während der zweiten Ladoga-Schlacht, mittlerweise zum Oberleutnant und vertretungsweise zum Führer des II. Bataillons ernannt, bewährte sich Wenzelburger abermals bei Witebesk und erhielt im März 1943 für seine Leistungen das Deutsche Kreuz in Gold. Die in den folgenden Monaten ständig geführten Stoßtrupps und Gegenstöße an vorderster Front sowie die verbissene Verteidigung der eigenen Stellungen brachten dem erfahrenen Frontoffizier schnell weitere Nahkamptage ein. Interessanterweise und auch besonders zu erwähnen ist, dass der mittlerweile im August 1944 zum Hauptmann beförderte Offizier nur einmal und zwar am 18.10.1944 in den Kämpfen bei Vistytis und Norwieden verwundet wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt stand er ständig im Einsatz an vorderster Front ohne eine wirklich ernsthafte Verwundung erlitten zu haben und war seit dem 20.04.1944 nunmehr Träger der Nahkampspange in Silber (30 Nahkampftage). Am Tag seiner Verwundung wurde bereits sein 39. Nahkampftag vermerkt. Dies war nunmehr die Hälfte seiner gesamten Nahkamptage während des ganzen Krieges. Die Dynamik der Kämpfe wurde auch anhand der steigenden Einsätze und Nahkamptage immer sichtbarer. Bis zu seiner Gefangennahme im April 1945 durch die Amerikaner wurden nochmals 39 weitere Nahkampftage belegt. Bereits am 05.11.1944 bei einem Gegenstoß 1 km nördlich Wartensteins war der 50. Nahkamptag überstanden. Nach der Verleihung des Ritterkreuzes am 26.12.1944 und der erreichten 50 Nahkampftage gehörte Georg Wenzelburger nun zu dem kleinen Kreis von besonders hoch dekorierten Soldaten, die hier nun im Laufe der Zeit alle detailliert vorgestellt werden sollen. Am 18.02.1945 wurde ihm die verdiente Nahkampspange in Gold überreicht. Zu diesem Zeitpunkt hatte er mittlerweile die unglaubliche Anzahl von 70 Nahkampftagen vorzuweisen. Am 26.03.1945 wurde der 78. Nahkampftag im Soldbuch des nunmehr zum Major beförderten Bataillonskommandeurs festgehalten. Aufgrund der hohen Auszeichnungen aus der Front gezogen und durch eine erforderliche Nachoperation erfolgte seine Gefangennahme schließlich im April 1945 in einem Lazarett. Bereits im Juli des selben Jahres aus amerikanischer Gefangenschaft entlassen arbeitete er nach dem Krieg in der Industrie. Der hoch dekorierte ehemalige Soldat verstarb im Alter von 89 Jahren am 18.01.2000 in Grafenberg in Baden-Württemberg.
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