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Meitzel, Helmut Major* 24.04.1920 Wabern/Hessen + 09.07.2004 Bad Wildungen/HessenDer spätere Ritterkreuzträger und Major Helmut Meitzel soll hier in der Kategorie der Soldaten des Heeres eingehend beschrieben werden, welche mit dem Ritterkreuz und zugleich der goldenen Nahkampfspange, der höchsten infanteristischen Auszeichnung, beliehenen wurden. Helmut Meitzel wurde am 24.04.1920 einem Samstag in Wabern/Hessen geboren. Dieses unscheinbare Datum verriet nichts über den Lebenslauf und die Lebensstationen, die der spätere Träger der Nahkampfspange in Gold bestreiten sollte. Mit 75 nachweisbaren Nahkampftagen hat er wohl die zweithöchste Anzahl an Nahkampftagen im Heer errungen. Bedeutende Namen wie Stalingrad oder Monte Casino stehen stellvertretend für die vielen Einsatzorte und Härten der Kämpfe, die der junge Offizier zu bestehen hatte. Direkt nach Beendigung seiner Schulzeit meldete er sich 1938 zur Wehrmacht und wurde bereits im folgenden Jahr Unteroffizier. Mit Kriegsbeginn, im September 1939 zum Gruppenführer im (mot.) Infanterie-Regiment 15 ernannt, zeichnete er sich erstmalig durch besondere Tapferkeit im Polenfeldzug aus und erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse. Das (mot.) Infanterie-Regiment 15 unterstand der im Jahre 1936 in Erfurt/Thüringen aufgestellten 29. Infanterie-Division, dessen Angehöriger er auch nach dem Untergang der Division im Kessel von Stalingrad bis Oktober 1944 bleiben sollte. Aufgrund seiner Leistungen erkannte man schnell, dass der junge Meitzel die notwendigen Eigenschaften mitbrachte, die einen guten Offizier ausmachten und schickte ihn daraufhin auf die Kriegsschule Döberitz zum Offizierslehrgang. Im Frühsommer 1940 kehrte er als junger Leutnant zu seinem Regiment zurück und übernahm als Zugführer einen Zug seines Bataillons. Im Rahmen des Westfeldzuges nahm er als Angehöriger der als Falken-Division bekannten (mot.) 29. Infanterie-Division an den Kämpfen um Dünkirchen, Sedan, an der Marne und um Belfort teil. Der außerordentliche Erfolg des Regiments spiegelte sich auch in der Verleihung des Ritterkreuzes an den Regimentskommandeur Oberst Walter Wessel wieder. Aber auch manch Zugehöriger der unteren Dienstgrade wurde für erwiesene Tapferkeit ausgezeichnet. So erhielt der junge Zugführer Meitzel bereits 1940 das Eiserne Kreuz I. Klasse. Die Division verblieb nach Ende des Westfeldzuges in Frankreich und somit folgte für den jungen Offizier eine längere Garnisonszeit. Mit Beginn des Russlandfeldzuges wurde der Hesse als Zugführer bereits im Juli zweimal verwundet, während das Regiment durch Weißrussland vorstoßend, an den schweren Kämpfen vor Smolensk und letztendlich im Dezember 1941 auch vor Moskau teilnahm. Mit erst 22 Jahren bereits einer der erfahrensten Frontkämpfer seines Regiments wurde er im Frühjahr 1942 zum Oberleutnant befördert und als junger Kompaniechef Führer der 8. (MG) Kompanie. In der ersten Jahreshälfte 1942 war die Division wieder zur Offensive angetreten und kämpfte über die russische Stadt Orel in die Ukraine hinein, über Charkow an den Donbogen bis kurz vor Stalingrad. Im August 1942 trat die Heeresgruppe B zum Sturm auf Stalingrad an, welche federführend die 6. Armee war, ein Großverband der deutschen Wehrmacht. Während der erbitterten Kämpfte der vielen Divisionen dieser Armee, welche Stalingrad bereits fast eroberten hatten, zeichnete sich auch für die (mot.) 29. Infanterie-Divisionen am 22.11.1942 eine Katastrophe ab. Die sowjetische Gegenoffensive kesselte die 6. Armee ein und somit auch das (mot.) Infanterie-Regiment 15, in welchem der junge Oberleutnant Meitzel mit seinen ausgelaugten Männern einen erbitterten Nahkampf in den Häuserruinen der Stadt führte. Etwa zeitgleich erfolgte die Stiftung einer Auszeichnung für Infanteristen, welche die Bedingungen des Infanterie-Sturmabzeichens mehr als erfüllt hatten. Die Stiftung der Nahkampfspange. Auszug aus der Stiftungsverordnung zur Nahkampfspange vom 25.11.1942: Auszug aus den Verleihungsbestimmungen zur Nahkampfspange vom 03.12.1942: Oberleutnant Meitzel gehörte zu jenen Soldaten, auf die die Stiftungsverordnung zutraf. Zu dem Zeitpunkt der ersten Verleihungen, dieser in der deutschen Tradition bisher noch nicht existierenden Auszeichnung, hatte auch der junge Offizier bereits mindestens 30 Nahkampftage im Kessel überstanden. Er führte seine abgekämpften Männer in dutzenden Abwehrkämpfen, bis er selbst am 10.01.1943 durch einen Unterschenkel-Durchschuss schwer verwundet wurde. Mit einer der letzten Transportmaschinen konnte der verwundete Offizier noch aus dem Kessel und der Hölle von Stalingrad ausgeflogen werden. Nach seiner Genesung im Frühjahr 1943 wurde der mittlerweile dreimalig verwundete Frontoffizier, zur gerade in Neuaufstellung befindlichen (mot.) 29. Infanterie-Division nach Frankreich befohlen. Am 23. Juni wurde die Division zur 29. Panzer-Grenadier-Division umgebildet. Im Sommer 1943 erhielt er dann die verdiente Nahkampfspange in Silber (30 Nahkampftage). Bedingt durch die Situation im Kessel von Stalingrad und der bereits überschrittenen 15 Nahkampftage ist ihm die Nahkampfspange in Bronze daher nicht ausgehändigt worden. Solch ein Fenomen gab es öfters. Durch die Bestimmungen zur Verleihung der Nahkampfspange vom 03.12.1942 ergab sich die Problematik, dass anfangs zu wenig der benötigten Nahkampspangen in Bronze zur Verfügung standen, obwohl diese bereits verliehen waren (Aushändigung des Besitzzeugnis) oder dann den trageberechtigten Personen sehr spät ausgehändigt wurden. Häufig bestand dann schon ein Anspruch auf die Nahkampfspange in Silber, wie es auch bei Helmut Meitzel der Fall war. Nunmehr am 01.07.1943 zum Hauptmann befördert erhielt er im gleichen Monat, dem 20.07.1943, das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Der nun folgende Kriegsschauplatz war Italien, in dessen Verlauf Meitzel an der Spitze seiner Männer in Sizilien, Messina und Palermo kämpfte. Die Anerkennungsurkunde vom 17.11.1943 für seine herausragenden Leistungen auf dem Schlachtfeld bei Altavilla sowie die Nennung im Ehrenblatt des Heeres zeigten immer wieder seine Leistung in vorderster Front. In dieser Zeit wurden weitere 20 belegte Nahkampftage gezählt, woraufhin Hauptmann Meitzel bereits am 29.09.1943 als 4. Soldat der Wehrmacht die Nahkampfspange in Gold verliehen wurde. Der immer im Brennpunkt der Kämpfe stehende Hauptmann erhielt am 04.02.1944 das Verwundeten-Abzeichen in Gold für seine am 13.11.1943 erlittene mittlerweile 5. Verwundung. Der spätere Major sollte bis zum Kriegsende insgesamt acht Verwundungen davontragen. Immer im Fronteinsatz stehend folgten Kämpfe im Januar 1944 um das berühmte Kloster Monte Cassino sowie im amerikanischen Landekopf von Anzio-Nettuno. Am 16.01.1944 meldete der Wehrmachtbericht: Nach beachtlichen Abwehrerfolgen mit seinem Bataillon südlich von Rom und den Kämpfen im Raum um Florenz wurde der knapp 24-jährige Offizier vorgezogen zum Major befördert. Somit war er einer der jüngsten Offiziere der damaligen Wehrmacht, der diesen Rang inne hatte. Die Verleihung des Ritterkreuzes erfolgte am 27.07.1944. Später noch vertraute ihm sein Divisionskommandeur die Führung des Panzer-Grenadier-Regiments 71 an. Im Oktober 1944 mit einem Frontverbot belegt bekam der hochdekorierte Offizier eine Verwendung als Lehrgruppenleiter an einer Panzertruppenschule nahe Brünn. Zu diesem Zeitpunkt waren 75 Nahkampftage des jungen und so kampferprobten Helmut Meitzel festgehalten. Das er somit einmal die dritthöchste Anzahl an Nahkampftagen innerhalb der deutschen Wehrmacht erreichen sollte, war dem Major zu diesem Zeitpunkt wohl noch nicht klar. Nicht mehr zum Fronteinsatz kommend erlebte er das Kriegsende an der Panzertruppenschule nahe Brünn. Letztendlich lässt sich feststellen, dass Major Helmut Meitzel einer der herausragendsten Soldaten in dem kleinen Kreis von besonders hoch dekorierten Soldaten war, die hier im Laufe der Zeit alle detailliert vorgestellt werden. Er war einer der wenigen, der bereits sehr früh die Anzahl von 50 Nahkampftagen erreicht hatte und schließlich bis Oktober 1944 schon 75 Nahkampftage nachweißbar belegen konnte. Nach Kriegsende ging der ehemalige Offizier verschiedenen Tätigkeiten nach, bis sich endlich mit Gründung der Bundeswehr wieder ein Einstieg in den Soldatenberuf ergab. 1956 trat er in die Bundeswehr ein und beendete 1979 seine Karriere als Kommandeur der Schule für Feldjäger und Stabsdienste in Sonthofen. Oberst a.D. Helmut Metzel verstarb in seiner Heimatgemeinde am 09.07.2004.
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