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Dienstag, den 1. September 1942 Gefechtsbericht über die Abwehr der Panzerangriffe am 29.8.42 bei Pos. l Ästonskij (südlich Ladoga-See). Das in der Nacht vom 27. zum 28.8. im Bereitstellungsraum bei Pos. Michailowskij eintreffende verstärkte Rgt. wird mit ersten Teilen noch am 28.8. an der Einbruchstelle bei Pos. l Ästonskij zunächst zum Abschirmen mehrerer Battr. des A.R. 223 eingesetzt. Mit frühstem Morgengrauen bezieht das durch einen l.I.G.-Zug verst. III./ unter Hptm. Springer eine Abwehrstellung im gleichem Raum, nämlich vom Südrand Ästonskij bei Punkt 40,3 entlang der in westnordostwärtiger Richtung führenden Waldschneise. Der Rgts.Kdr., der die Einrichtung zur Verteidigung vom frühen Morgen an leitet, lässt zur Klärung der verworrenen Lage einen kampfkräftigen Stosstrupp in nordostwärtiger Richtung gegen den wichtigen Stützpunkt VI vorgehen, es gelingt dem Stosstrupp besagten Stützpunkt in Besitz zu nehmen. Gegen 10,45 Uhr belegt feindl. Art. eigene Stellung mit einem kurzen, heftigen Feuerschlag, an den sich ein Inf.-Angriff schwächerer Kräfte in unübersichtlichem Waldgelände anschliesst. Der Angriff wird abgeschlagen. Gegen 11,00 Uhr jedoch brechen aus dem Dorf Ästonskij 8 schwere feindl. Panzer (Typ 34, 42 Tonnen), darunter 3 Flammenwerferpanzer gegen das rechts eingesetzte Batl. Badstübner und Batl. Totzke zum Angriff im Bachgrund in Richtung südliche Rollbahn vor. Der durch die Kämpfe der Vortage stark zermürbte rechte Nachbar weicht bis zur Bahnlinie und Battr.-Stellung aus; sodass die Panzer bis nahe an die Bahnlinie vorbrechen können. Da jedoch die feindl. Infanterie den Panzern zunächst nicht folgt, drehen diese nach Nordwesten ein, um die Stellung des verst. III./ - von rechts her aufzurollen. Die schweren Stahlkolosse überwalzen die gesamte vordere Linie des III. Batl., die unter Abschirmung der bei Punkt 40,3 stehenden 4./A.R. 223 im Waldgelände ausweicht. Zahlreiche Inf.-Waffen werden bei dem Überwalzen zerstört. Als in dieser kritischen Lage nunmehr die feindl. Infanterie etwa in Batl.-Stärke im Schutze der Panzer zum Angriff gegen den eigenen Abschnitt vorgeht, sind es einige beherzte Offiziere und Unteroffiziere, die unter persönlicher Führung des Rgts.Kdr. im heftigsten Feuer der Feindpanzer eine neue Widerstandslinie aufbauen und die nachfolgende Infanterie abwehren. Hptm. Springer, Btl.Kdr. III./ - und Ltn. Rauch, O.O. des Rgts., fallen hierbei im heldenhaften Kampf, andere Offz. werden verwundet. Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Unterstützung des Rgt.Kdr. durch Obltn. Petereit, Battr.-Chef in der I./A.R. 240, der zur Zeit des Angriffs als V.B. auf dem vorgeschobenen Rgts.-Gef.St. zugegen ist. Da er bei der noch fehlenden Nachrichtenverbindung mit seiner Battr. noch nicht in den Kampf eingreifen kann, übernimmt er als Art.-Offz. im eigenen Entschluss die inf. Führung von Teilen des III. Batl. und führt diese in eine neue Verteidigungsstellung vor, obwohl er von vorn und in rechter Flanke von Panzern hart bedrängt wird. Dem schneidigen Kampfgeist von Obltn. Petereit ist es weitgehend mit zu verdanken, dass der inf. Widerstand nach dem starken Offz.-Ausfall des Batl. wieder aufgebaut und eine neue Ausgangsstellung für den späteren Gegenstoss gewonnen wird. Eine ebensolche Hervorhebung verdienen zwei weitere Art.-Offiziere, nämlich Oberltn. Maskus, Battr.-Chef 4./A.R. 223 und Oberltn. Böckmann, Battr.-Chef im I./A.R. 240, die in vorbildlichem Schneid mit den zwei einsatzbereiten Geschützen der 4./A.R. 223 den Kampf mit den Panzern aufnahmen. Obtln. Böckmann als Richtkanonier und Obltn. Maskus als Kanonier 2, unterstützt von den Resten der Geschützbedienungen, schiessen 2 der Stahlkolosse auf nächste Entfernung in Brand. Dabei wird eines der beiden Geschütze ebenso wie ein l.I.G. von einem Panzer überwalzt, der betreffende Panzer wird aber von dem anderen Geschütz auf 60 bis 100 m Entfernung abgeschossen. Obltn. Böckmann bleibt am Geschütz, bis er durch Granatsplitter am Knie verwundet wird und ausfällt. Ein dritter Panzer wird durch einen Artilleristen des A.R. 223 mit Haftladung im Nahkampf erledigt. Zwei weitere Panzer bleiben bewegungsunfähig im Bachgrund liegen, die übrigen drehen ab, nachdem das inzwischen vorsorglich bereitgestellte I. Batl. unter Obltn. Frenzel zum Gegenstoss vorgeht. Durch diesen Gegenstoss des I. Batl., dem sich Obltn. Petereit mit seinen Kräften anschliesst, wird im wesentlichen die alte Linie unter Abschirmung der rechten Flanke, da der rechte Nachbar sich dem Vorgehen nicht anschliesst, wieder erreicht. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit, gegen 19,00 Uhr, erfolgt ein zweiter Panzerangriff in Stärke von 5 Panzern, darunter 1 Flammenwerferpanzer. Dieser Angriff kann jedoch verhältnismäßig leicht abgewiesen werden, da die feindl. Infanterie den Panzern nur zaghaft folgt. Ein Panzer wird von einer 7,62-Selbstfahrlafette in eigener Linie abgeschossen. Ein weiterer Panzer bleibt anscheinend bewegungsunfähig liegen und wird am nächstfolgenden Morgen von einer inzwischen eingetroffenen 8,8 cm Flak abgeschossen, die am gleichen Tage den 1000. der Battr. abschiesst. Dieser letztgenannte Panzer war vorher durch s.I.G.-Volltreffer (Ltn. Custodis 13./ 391) bewegungsunfähig geschossen worden. Durch diese schneidige Tat einiger beherzter Offiziere und Unteroffiziere wird die kritische Lage am 29.8. gemeistert. Der Versuch des Feindes, seinen Einbruch bei Ästonskij zum Durchbruch bis zur taktisch wichtigen südlichen Rollbahn zu erweitern, wird unter schweren Personal- und Materialverlusten für den Feind zum Scheitern gebracht. gez. Daniel Oberstleutnant und Rgt. Kdr. Inf.Rgt. 391 |
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