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Liebe Eltern! Seit Tagen liegen wir nun schon in Ruhe in einem schönen schattigen Akazienwäldchen, eine Insel in diesem kraftlosen Lande, auf das sich seit Tagen die Sonne unbarmherzig niedersengt. Etwa 80 km südlich von uns liegt das Ufer des Bugs und locken die Küsten des Schwarzen Meeres. Odessa und Nikolajew sind bereits von deutschen Truppen eingeschlossen, schnelle Verbände haben die Verfolgung des Russen östlich des Bugs gegen den Dnjepr aufgenommen. Der Russe versucht sich neu am Dnjepr zu organisieren und reißt über die Schwarzmeerhäfen in voller Auflösung vor dem deutsch - rumänischen Ansturm aus. Hier unten geht es zu Ende. Wir liegen nun schon fast 150 km hinter der Angriffsspitze im Osten, vielleicht sind es heute auch schon 200 km oder mehr. Auf jeden Fall gibt es für uns kaum noch eine greifbare Einsatzmöglichkeit, wohl aber wie ich befürchte endlose Märsche auf völlig verstaubten Straßen und einer fürchterlichen Hitze wie ich sie bisher nur in Bessarabien und in Rumänien bei Konstanza erlebt habe. Mag sein, daß es auch eines Tages wieder zurück nach Deutschland geht, wer weiß? So schwirren kaum, daß die Männer und Dienststellen ein paar Tage der paradiesischen Ruhe sich hingeben können, schon wieder die tollsten Parolen umher. Sicher ist nur, daß wir als Reserve im Augenblick sehr gut leben und ruhig noch längere Zeit hier liegen bleiben können. Die Stimmung hat sich merklich gebessert. Alles ist erfüllt von der stolzen Siegeszuversicht und einem schon fast mythischem Vertrauen zur höchsten Führung. Viel wird über die hinter uns liegenden schweren Vormarschwochen und Kämpfe gesprochen. Hinten bestehen schon Ortskommandanturen, wird die Ernte mit Hochdruck eingebracht und schreiten die „Befriedungsaktionen“ planmäßig weiter fort. Die geniale deutsche Organisation wird auch diese Räume bezwingen. Und am besten sind die Kolonien die mit der Eisenbahn in wenigen Tagen erreichbar sind. Wie könnt ihr in der Heimat auf diese Wehrmacht stolz sein und ihr danken, für das was sie bisher geleistet hat und wie sie vor allem geführt wurde. Für heute schließe ich mit den herzlichsten Grüßen an euch als euer Max-Eugen |
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