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Liebe Eltern! Seit Tagen befinden wir uns auf der Verfolgung des geschlagenen Feindes, nachdem wir den Dnepr in einem Anlauf nach ganz kurzer art. Vorbereitung überschritten haben, ohne auf größeren Widerstand zu stoßen. Das an sich veraltete Bunkersystem hätte den Übergang auf die Dauer doch nicht verhindern können. Nun stoßen wir seit einigen Tagen in kühn vorangetriebener Angriffskolonne in den weichenden Feind nach Osten bis auf sehr tapfer und geschickt geführte Gefechte mit Nachhuten bzw. Versprengten oder abgeschnittenen Gruppen hat sich der Feind noch nicht wieder gestellt. Gestern allerdings griff er das Gelände unleserlich zum Anschleichen raus auf Grund unleserlich In dem sich zwei Abt. befanden und kam tatsächlich bis auf 100 m an die Kolonnen rangefahren heran. Es entwickelte sich natürlich eine ganz tolle Schießerei, wobei sich unsere Artilleristen ganz hervorragend benahmen und die Russen zuletzt im Gegenangriff mit direktem Feuer unleserlich zum Teufel jagten, allerdings nicht ohne eigene blutige Verluste. Die eigene inf. Sicherung war glatt überrascht und überrannt worden. Und das ganze in der offenen Flanke etwa 20 km hinter unseren modernen Inf. Teilen. Dazu sehr freche Fliegerangriffe, Bomben und Beschießung durch Bordwaffen. So ist hier der Kampf und dauerndes belästigt werden von allen Seiten. Wer täglich wieder vor neuen unbekannten Schwierigkeiten steht, der weiß wie groß die Leistungen und der Wagemut sind, denn das muß immer wieder gesagt werden, bisher hat der Gegner bei uns fast nur im Zurückgehen sich äußerst geschickt und tapfer gedeckt, wenn auch zum Glück noch kein großer Gegenangriff gegen unsere kühn vorangetriebene Angriffskolonnen gestiegen ist. Es wird uns hier im Osten weiß Gott kein nichts geschenkt. Schon ein kurzer Gewitterregen stellt uns vor unvorstellbare Aufgaben, wirft den gesamten Aufmarschplan um, stoppt den Nachschub, kettet alles an seinen augenblicklichen Standort, ideal für die Verteidigung und den Kleinkrieg, schwierig für Angriffsorganisationen größten Stils. Aber den deutschen Soldaten ist auch im Osten nichts unmöglich. Die laufenden Erfolgsmeldungen beweisen es täglich aufs Neue. Mir geht es ausgezeichnet. Der Dienst beim Regt. bringt es mit sich, dass ich mich fast täglich waschen kann und auch etwas mehr Ruhe als in der Batterie d.h. Schlaf habe, die übrige Betreuung lässt sich natürlich mit dem alten Leben unter den Männern und Pferden nicht vergleichen. Ich habe die Bitte, mir den gewonnenen blauen Regenmantel und ein Paar Schulterstücke (ev. für den zu erwartenden Winterpelz) in einem Päckchen zu schicken da der Umhang aus meinem „Werkstoff“ bereits unbrauchbar geworden ist. Die unleserlich Stiefel brauche ich hier nicht mehr. Mit den besten Grüßen möchte ich für heute schließen. Euer Max-Eugen |
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