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Entlassungsschein HE 6
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Merkblatt N.f.D. 69/1
Merkblatt N.f.D. 69/1

            

Merkblatt N.f.D. 69/1
Beschreibung: Merkblatt N.f.D. 69/1 "Kampfanweisung f?r die Bandenbek?mpfung im Osten"
OKW...W.F. St./Op. vom 11.11.1942

Richtlinien f?r die Behandlung der Banditen und ihrer Helfer

83. Bei der Behandlung der Banditen und ihrer freiwilligen Helfer ist ?u?erste H?rte geboten. Sentimentale R?cksichten sind in dieser entscheidenden Frage unverantwortlich, Schon die H?rte der Ma?nahmen und die Furcht vor den zu erwartenden Strafen mu? die Bev?lkerung davon abhalten, die Banden zu unterst?tzen oder zu beg?nstigen,

84. Gefangene Banditen sind, soweit sie nicht ausnahmsweise gem. Ziff 11' in die eigene Bandenbek?mpfung eingespannt werden, zu erh?ngen oder zu erschie?en, ?berl?ufer je nach Umst?nden wie Gefangene an der Front zu behandeln. In der Regel sind Gefangene an Ort und Stelle nach kurzem Verh?r zu erschie?en. Nur ausnahmsweise sind einzelne daf?r geeignete Gefangene und ?berl?ufer zur weiteren Vernehmung und sp?teren Behandlung der GFP oder Polizei zu ?bergeben. Jeder F?hrer einer Abteilung ist daf?r ver antwortlich, da? gefangene Banditen und Zivilisten, die beim aktiven Kampf angetroffen werden (auch Frauen) erschossen oder besser erh?ngt werden. Nur in begr?ndeten Ausnahmef?llen ist er berechtigt, von diesem Grundsatz unter Meldung der besonderen Veranlassung abzuweichen.

85. Wer die Banden durch Gew?hrung von Unterschlupf oder Verpflegung, durch Verheimlichung ihres bekannten Aufenthaltes oder durch sonst irgendwelche Ma?nahmen unterst?tzt, ist todesw?rdig. Soweit es sich um arbeitsf?hige m?nnliche Bev?lkerung handelt, die nachweislich durch Terror zu dieser Bandenunterst?tzung gezwungen worden ist, ist Verwendung in Strafarbeit geboten und ?berf?hrung nach Deutschland zum Arbeitseinsatz vorgesehen. Bei der F?hrung von Untersuchungen, die in der Regel Sache der GFP oder Polizei sind, mu? ber?cksichtigt werden, da? der Russe zum Denunzieren neigt. Genaue Nachpr?fung aller Aussagen ist daher erforderlich. Ungerechte Strafen ersch?ttern das Vertrauen der Bev?lkerung und schaffen neue Banden.

86. Gegen D?rfer, in denen die Banden Unterst?tzung irgendwelcher Art gefunden haben, werden Kollektivma?nahmen in der Regel geboten sein. Diese Ma?nahmen k?nnen je nach der Schwere der Schuld in vermehrter Heranziehung zu Abgaben, Wegnahme eines Teiles oder des gesamten Viehs, Abtransport arbeitsf?higer M?nner zum Arbeitseinsatz nach Deutschland oder sogar Vernichtung des gesamten Dorfes bestehen. Den Befehl zu Kollektivma?nahmen d?rfen nur Offiziere im Range eines Hauptmanns geben. Derartige Strafma?nahmen sind im allgemeinen am Platze, wenn die Einwohner die Banden freiwillig unterst?tzt haben. Die Zivilbev?lkerung soll aber durch unsere Ma?nahmen nicht in die aussichtslose Lage versetzt werden, von beiden Seiten mit r?cksichtsloser Vernichtung bedroht zu sein. Das w?rde, nur den Banden durch weiteren Zulauf aus der Bev?lkerung zugute kommen. In jedem Fall mu? bei Kollektivma?nahmen die Bev?lkerung dar?ber aufgekl?rt werden, warum diese Ma?nahmen getroffen sind. Diese Aufkl?rung kann nicht als wichtig genug angesehen werden.

87. Die an die Banden gerichtete Propaganda mu? ihnen klarzumachen suchen, da? sie auf verlorenem Posten k?mpfen, da alle Durchbruchsversuche der Roten Armee scheitern und der Sieg Deutschlands nicht mehr aufzuhalten ist. Es ist ihnen zu sagen, da? sie als ?berl?ufer gut behandelt, als Gefangene dagegen r?cksichtslos erschossen werden. Die von den Banden gepre?ten Landesbewohner sind besonders anzusprechen.

F. Richtlinien f?r die allgemeine Behandlung der Bev?lkerung

I. Allgemeines

88. Die Vernichtung des Bandenwesens ist in hohem Ma?e davon abh?ngig, da? die Masse der Bev?lkerung auf uns vertraut. Das wird aber nur der Fall sein, wenn sie die Zuversicht hat, unter deutscher Herrschaft besseren Zeiten als bisher entgegen zu gehen.

89. Der Gewinnung des Vertrauens der Bev?lkerung dient die Sicherstellung ihres n?tigsten Lebensbedarfes. Hungernde Menschen werden leicht geneigt sein, sich den Banden anzuschlie?en. Bei der Ausnutzung des Landes m?ssen daher wirtschaftliche Gesichtspunkte unter Umst?nden hinter den Erfordernissen der Bandenbek?mpfung zur?cktreten. Die von den Wirtschaftsstellen ?rtlich festzusetzenden Mindestmengen an Getreide, Vieh usw. m?ssen den Bauern belassen werden.

90. Die willige Mitarbeit der Bev?lkerung l??t sich nur durch gerechte und korrekte Behandlung erreichen. Gedankenlose Rohheiten und Willk?rakte sind daher zu unterbinden. Mit Pr?gel ist die Bev?lkerung nicht zu gewinnen.

91. Das beste Mittel die Bev?lkerung auf unsere Seite zu ziehen, ist schnelle und durchgreifende ?nderung der Sowjetverh?ltnisse. Dem baldigen ?bergang von der Gemeinwirtschafl zur Landbaugenossenschaft kommt daher besondere Bedeutung zu. Sie zu regeln ist aber nicht Aufgabe der Wehrmachtdienststellen; Versprechungen in dieser Hinsicht sind von allen Wehrmachtstellen zu unterlassen.

II. Propagandistische Beeinflussung der Bev?lkerung

92. Tatkr?ftige und richtige Propaganda ist bei der Behandlung der Bev?lkerung von entscheidender Bedeutung. Da jede Propaganda aber nur wirksam ist, wenn die praktischen Ma?nahmen auch mit ihren Worten ?bereinstimmen und schnell in die Wirklichkeit umgesetzt werden, ist enge Verbindung zwischen den Propagandastellen und allen milit?rischen, politischen und wirtschaftlichen Stellen notwendig. Das gilt sowohl f?r die Spitzen, wie f?r die ?rtlichen F?hrer.

93. Der Grundgedanke aller Propagandat?tigkeit mu? sein, da? der Sieg der deutschen Wehrmacht der Bev?lkerung n?tzt und nur er ihr Freiheit, Leben und Eigentum sichert.

94. Es ist daher in erster Linie erforderlich, die Bev?lkerung davon zu ?berzeugen, da? der deutsche Sieg unbedingt sicher und eine R?ckkehr der Bolschewisten ausgeschlossen ist. Das erfordert laufende Nachrichten ?ber die Kriegslage und die deutschen Erfolge.

95. Die Bev?lkerung mu? ferner ?ber die tats?chliche Lage in Deutschland, insbesondere ?ber die Lebenshaltung des deutschen Bauern und Arbeiters unterrichtet und auf den Unterschied zu den bolschewistischen Verh?ltnissen hingewiesen werden. Dabei ist zu betonen, da? die deutsche Aufbauarbeit sich infolge der Nachwirkungen des Sowjetsystems und der durch den Krieg bedingten Sonderverh?ltnisse nur langsam auswirken kann und eine Besserung der Lebensbedingungen des russischen Volkes seine willige und flei?ige Mitarbeit erfordert.

96. Weiterhin mu? der Bev?lkerung klargemacht werden, da? sie ihres Lebens und Eigentums auf die Dauer nur in einem bandenfreien Gebiet sicher ist. Die Banditen m?ssen ihr als Kriegsverl?ngerer und Feinde jeder friedlichen Arbeit hingestellt werden. Sie mu? wissen, da? Unterst?tzung der Banden oder auch nur Gleichg?ltigkeit ihr schadet, ja, die Vernichtung ganzer D?rfer zur Folge haben kann, die Mitarbeit bei der Bandenbek?mpfung dagegen erhebliche Vorteile mit sich bringt. Ziel dieser Propaganda mu? sein, m?glichst viele Russen zur freiwilligen Meldung zu landeseigenen Verb?nden oder als V-Leute zu bewegen. Hierbei d?rfen der Bev?lkerung nur 'Versprechungen gemacht werden, die auch erf?llbar sind. Uneingel?ste Zusicherungen verbittern und erzielen auf die Dauer eine der Absicht entgegengesetzte Wirkung.

97. Wichtig f?r die Propaganda ist die Ausnutzung des Gegensatzes zwischen Stalin und seiner Opposition innerhalb der kommunistischen Partei, die ihm Verrat am Leninismus vorwirft. Es ist herauszustellen, da? Stalin das russische Volk in den Krieg gef?hrt hat und an allem Ungl?ck schuld ist und da? Deutschland das Volk von diesem Regime befreit.

98. Jede Gelegenheit, diese Gedanken an die Bev?lkerung heranzutragen, ist auszunutzen. Alle in den besetzten Gebieten t?tigen deutschen Stellen sind in die Propaganda einzuschalten. Offiziere, Beamte und Angeh?rige der Wirtschaftsorganisationen, die l?ngere Zeit am gleichen Ort t?tig gewesen sind und die sich das Vertrauen erworben haben, werden sich besonders gut auswirken k?nnen. M?glichst bodenst?ndiger Einsatz aller deutschen F?hrungsstellen ist wichtig.

99. Um die Propaganda auch in allen Einzelheiten der Mentalit?t des russischen Volkes anzupassen und m?glichst wirksam zu gestalten, m?ssen intelligente Landeseinwohner herangezogen werden. Berichte entlassener Kriegsgefangener oder ?berl?ufer der Banden und Briefe russischer Arbeiter aus Deutschland sind besonders wirkungsvoll.

III. Einspannen der Bev?lkerung in die Bandenbek?mpfung

100. Die Bev?lkerung ist weitgehend zur Bandenbek?mpfung heranzuziehen. Ihre Mitarbeit dabei kann in den Schutzmannschaften (Ordnungsdienst) sowie als V-Leute erfolgen.

101. Die Bereitschaft zur Mitarbeit mu? durch Belohnungen gef?rdert werden. Belohnungen k?nnen in Geld oder Naturalien (Verpflegung, Tabak, Alkohol) erfolgen. Hierzu ist erforderlich, da? allen Stellen, die V-Leute f?hren, zus?tzlich Verpflegungs-, Tabak- und Alkoholportionen zugeteilt werden. In vielen F?llen wird, um den Betreffenden vor der Rache der Banden zu sch?tzen, Geheimhaltung der Belohnung erforderlich sein.

IV. ?berwachung der Bev?lkerung

102. Zur Kontrolle der Bev?lkerung ist ein straffes Meldewesen durchzuf?hren. Alle Bewohner sind listenm??ig zu erfassen und mit Ausweisen zu versehen. H?ufige Kontrollen sind durchzuf?hren. Au?er den hierf?r vorgesehenen Ordnungsdiensten ist jeder Deutsche im Bandengebiet verpflichtet, verd?chtige Personen anzuhalten und n?tigenfalls festzunehmen.

103. Der Zivilverkehr ist von der Genehmigung durch die deutschen Ortskommandanturen abh?ngig zu machen. Bei der Erteilung der Genehmigungen ist ein strenger Ma?stab anzulegen.

104. Die B?rgermeister sind zu verpflichten, alle ortsfremden Personen sofort zu melden. Nichtbefolgung dieses Befehls ist mit sch?rfsten Strafma?nahmen (Todesstrafe) zu ahnden. Verd?chtige Fremde sind zum Arbeitseinsatz nach Deutschland zu ?berf?hren.

105. Von Zeit zu Zeit ist die Bev?lkerung auf verd?chtige Elemente zu ?berpr?fen. Die Ortschaften besonders in der N?he der Bahnen, sind hierbei gr?ndlich auf versteckte Waffen, Sprengstoffe usw. zu untersuchen. Unternehmen der Truppe sind dazu auszunutzen. Durch geschicktes Ausfragen s?mtlicher Dorfbewohner und Gegen?berstellen der Widerspr?che m?ssen die Banditen und Banditenhelfer festgenagelt und unsch?dlich gemacht werden. Es kann zweckm??ig sein, hierzu alle m?nnlichen Einwohner vorl?ufig festzunehmen und in besonderen Lagern eine Zeitlang zu ?berwachen, um so durch V-Leute diejenigen, die auf Seiten der Banden stehen, herauszubekommen. Die Entlassung der Unschuldigen wird dann dazu beitragen, das Vertrauen der Bev?lkerung in die Gerechtigkeit der deutschen Ma?nahmen zu heben.

106. Einzelnstehende unbewohnte H?user und Schuppen au?erhalb der Ortschaften, in denen Banden Unterschlupf finden k?nnen, sind abzubrennen, Bunker, Erdh?hlen usw. soweit m?glich, zu zerst?ren.

V. Abwehrm??ige Hinweise

107. Bei der Einr?umung von Vertrauensstellungen f?r Russen ist ?u?erste Vorsicht geboten. Ehemalige Angeh?rige der Kommunistischen Partei und des NKWD k?nnen nicht Angeh?rige der Schutzmannschaften oder des Hilfsdienstes sein oder Vertrauensstellungen irgendwelcher Art bekleiden. Ausnahmen hiervon d?rfen lediglich die von Dienststellen der milit?rischen Abwehr, der Sicherheitspolizei und dem SD angeworbenen Agenten bilden.

108. Die Schutzmannschaften und der Hilfsdienst bed?rfen besonderer abwehrm??iger ?berwachung durch besondere Vertrauensleute. Russen in Vertrauensstellungen sowie F?hrer und Unterf?hrer in landeseigenen Verb?nden bed?rfen der zus?tzlichen ?berwachung durch V-Leute aus dem Kreis ihrer Mitarbeiter.

109. Stets mu? damit gerechnet werden, da? die Banden unsere Fernsprechleitungen abh?ren. ?u?erste Fernsprechdisziplm ist daher erforderlich, insbesondere haben Gespr?che ?ber Absichten der Bandenbek?mpfung zu unterbleiben.

110. Die Truppe ist immer wieder ?ber die allen Russen gegen?ber gebotene Vorsicht zu belehren. Besonders ist darauf hinzuweisen, da? die Banden h?ufig Frauen, M?dchen und Kinder als Spitzel verwenden; wer hierbei ertappt wird, ist sofort zu erledigen.

G. Schlu?bestimmung

111. Die vorstehende, im Einvernehmen mit dem Reichsf?hrer SS aufgestellte Kampfanweisung soll zur m?glichst baldigen Beseitigung der Bandengefahr beitragen. Sie ist keine Dauervorschrift und kein Schema. Wie keine andere Kampfesart erfordert gerade der Kampf gegen die Banden Wendigkeit und Anpassung an die jeweiligen Verh?ltnisse. Es ist daher erforderlich, da? auch weiterhin alle Stellen bestrebt sind, die Methoden der Bandenbek?mpfung zu verbessern und da? Erfahrungen und Anstrengungen auf diesem Gebiet zur allgemeinen Nutzanwendung gemeldet werden.
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Datum: 08.01.2007 23:33
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Hinzugefügt von: Wehrmachtlexikon

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